Institut* für angewandte Humangenetik und Onkogenetik Professor Froster

Phenylketonurie


OMIM:261600

Dipl.-Ernährungswiss. Ulrike Scharrer

Klinik:
Phenylketonurie (PKU) ist eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselstörung und tritt in Europa bei einem von etwa 10.000 Neugeborenen auf. Wird PKU nicht unmittelbar nach Feststellung der Erkrankung behandelt, kommt es zu schweren geistigen Defekten, epilepitischen Anfällen, Hypertonie der Muskeln, Hirnkleinwuchs, Pigmentstörungen in der Haut, ekzemähnlichen Hautveränderungen, allgemeiner Übererregbarkeit und einem unangenehmen Geruch nach Aceton. Ursache der klassischen Form der Phenylketonurie ist ein Defekt des Enzyms Phenylalaninhydroxylase (PAH), das in der Leber gebildet wird und für den Abbau von Phenylalanin verantwortlich ist. Der Enzymdefekt führt dazu, dass der Abbau von Phenylalanin zu Tyrosin nicht mehr erfolgen kann und es statt dessen zu einer vermehrten Bildung von Phenylbrenztraubensäure und anderen Metaboliten kommt. Diese Metabolite haben vor allem neurotoxische Wirkung. Die Behandlung von PKU erfolgt in Form einer speziellen Diät. Bei dieser Diät müssen proteinhaltige Lebensmittel gemieden werden, da Phenylalanin als Aminosäure Bestandteil vieler Proteine ist. Da es sich bei Phenylalanin jedoch um eine essentielle Aminosäure handelt, muss diese den Patienten trotz Defizite im Phenylalaninabbau in genau definierter Menge zugeführt werden.

Genetik:
Das PAH-Gen ist auf dem langen Arm des Chromosoms 12 (12q22 bis 12q24) lokalisiert. Bisher sind weltweit 320 Mutationen bekannt, die eine klassische PKU auslösen können. Die meisten Träger von Mutationen im Phenylalaninhydroxylase-Gen weisen eine „compound“ Heterozygotie für zwei verschiedene Mutationen auf. Homozygote Anlageträger findet man selten.

Indikation:
  • Phenylketonurie
  • Familienuntersuchungen bei bekannten Indexpatienten

Diagnostik:
Mutationsscreening aller 13 Exons des PAH-Gens mittels DHPLC und Sequenzierung auffälligen Fragmente

Material: 2 ml EDTA-Vollblut

Untersuchungszeit: 2-3 Wochen

Literatur:
Woo et al. Genet 1984; 36: 210S
Bräutigam et al. Mol Genet Metab 2003 Mar;78(3):205-10

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